Musikergesundheit?

 

 

In meiner sängerischen Laufbahn war der Klang meiner Stimme immer abhängig davon, ob ich "gut mit mir umging" und mich körperlich nicht überforderte. Mehr noch als die intellektuelle Durchdringung eines Werks, war es die körperliche Freude beim Singen selbst, die mir das Erleben von Musik gestattete. Allerdings bedurfte es für diese ursprüngliche Empfindung einer großen Unbefangenheit und körperlichen Ruhe.

Beides kann sich jedoch unter den Bedingungen von Leistungs- und Konkurrenzdruck kaum einstellen. Bei einer professionellen Ausübung des Singens sind die Anforderungen an den Sänger so hoch, dass sie es schlichtweg nicht erlauben.
Und das ist schlimm - es führt zu Überanstrengung, Verschleißerscheinungen und nicht selten zu dauerhaften physischen und psychischen Schäden. Dies gilt nicht nur für den Bereich Stimme, sondern in gleichem Maße für alle anderen Instrumente.

Für Musikausübende ist es sehr wichtig, dass sich das Gesundheitssystem und der Konzertbetrieb für die gesundheitliche Konstitution von Musikern sensibilisieren. Erfreulicherweise wird auf diesem Gebiet zunehmend präventiv eine pädagogische sowie medizinische Versorgung angeboten.

Ein paar Fakten

Studien belegen (s. Hildebrandt, Horst: Musikstudium und Gesundheit, Peter Lang-Verlag 2002), dass unter den Berufsmusikern ca. 80% an berufsbedingten Erkrankungen und Beschwerden leiden oder gelitten haben. Auch unter Studierenden geben ca. 50% Beschwerden an, die in Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit stehen (vgl. eine epidemiologische Studie an den Musikhochschulen Basel, Luzern und Zürich, 2004).
Betroffene werden eher zufällig an Spezialisten überwiesen, die oft in der weiteren Umgebung sind (viele der Betroffenen reisen zur Abklärung ihrer Beschwerden nach Berlin und Hannover). Im Allgemeinen handelt es sich bei den Spezialisten um Fachärzte, die die spezifischen Bedürfnisse der Musiker nicht kennen und diese wieder zurück an die Hausärzte verweisen. So fehlt eine Betreuung, die dem Musiker hilft, seine physiologisch gesunden Funktionen zu erkennen und zu rehabilitieren. Meist vergeht für eine hilfreiche Diagnosestellung und Behandlung viel Zeit, und in dieser nimmt der Leidensdruck enorm zu. Überdies können Fehldiagnosen und ineffiziente bis kontraproduktive Behandlungs- und Unterrichtsarten nicht ausgeschlossen werden.

Fachpersonen auf dem Gebiet physiologischer Instrumentalpädagogik und der Musikermedizin und womöglich hilfreiche Informationen finden Sie unter folgenden Links: Linksammlung Musikergesundheit

 

 

...von Schülern

 

›Antje
"Ganz klasse ist, dass Caroline immer gezielt herausfindet, wo sich gerade
etwas "verklemmt" hat und/oder wie man den Klang noch freier und leichter
bekommen kann..."weiter

 

 

Schülerkonzert 2011